Kosten, Margin und Hebelwirkung

CFD-Kosten und Hebel für Privatkunden: Spread, Swap, Kommission, Margin

Beim CFD-Handel zahlen Sie selten eine einzelne große Gebühr, sondern mehrere kleine, die sich summieren. Und der Hebel entscheidet, wie stark ein kleiner Kurssprung durchschlägt.

Stand: Oktober 2026 ca. 4 Min. Lesezeit

Welche Kosten fallen beim CFD-Handel an?

CFD-Kosten bestehen meist aus mehreren kleinen Posten: Spread, Kommission, Übernachtfinanzierung (Swap) und gegebenenfalls Gebühren für Inaktivität oder Währungsumrechnung. Welche davon bei Ihnen anfallen, hängt vom Anbieter und vom Basiswert ab.

Die Spalte „Beispiel eines Anbieters“ nennt Angaben eines einzelnen Anbieters, Stand 17.10.2026. Andere Anbieter rechnen anders.
KostenartWas es istBeispiel eines Anbieters
SpreadDifferenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, fällt bei jedem Handel anmarktabhängig
KommissionGebühr pro Order, bei manchen Basiswerten oder Kontotypenab 0,0 %, je nach Basiswert
SwapFinanzierungskosten oder -erträge für Positionen über Nachtje Nacht
InaktivitätsgebührGebühr, wenn das Konto lange nicht genutzt wird10 € pro Monat nach 180 Tagen ohne Aktivität
WährungsumrechnungAufschlag, wenn Basiswert und Kontowährung abweichenBeim Anbieter nachlesen

Spread und Kommission

Der Spread ist der erste Betrag, den Sie „zahlen“, ohne es zu merken: Sie kaufen zum etwas höheren Kurs und verkaufen zum etwas niedrigeren. Jede Position startet deshalb mit einem kleinen Minus, das der Kurs erst aufholen muss.

Manche Anbieter berechnen zusätzlich eine Kommission, je nach Basiswert. Bei anderen steckt alles im Spread. Vergleichen Sie also nie nur eine Zahl, sondern die Summe: Ein niedriger Spread mit hoher Kommission kann teurer sein als umgekehrt. Wer häufig handelt, spürt den Unterschied stärker als jemand, der selten eine Position eröffnet.

Bei Nachrichten oder starken Bewegungen weitet sich der Spread häufig aus. Wer genau dann handelt, zahlt mehr, und wer eine Position in volatilen Phasen schließt, bekommt womöglich einen schlechteren Kurs als erwartet. Ein günstiger Spread in ruhigen Zeiten sagt deshalb nur die halbe Wahrheit.

Overnight-Finanzierung (Swap)

Wer eine Position über Nacht hält, zahlt oder erhält den Swap. Er bildet die Finanzierung des gehebelten Teils ab: Sie leihen sich faktisch Geld, um eine größere Position zu halten, und dafür fällt ein Zins an. Ob Sie zahlen oder bekommen, hängt von Richtung der Position und Zinsniveau der beteiligten Währungen ab.

Für kurze Trades ist der Swap kaum relevant. Für Positionen, die Wochen laufen, kann er aber spürbar Rendite fressen. Weil er jede Nacht neu berechnet wird, lohnt der Blick in die Preisliste des Anbieters, bevor Sie eine längere Position planen.

Hebel und Margin: Limits nach Anlageklasse

Die ESMA begrenzt den Hebel für Privatkunden auf Werte von 30:1 bis 2:1, je nach Schwankungsbreite des Basiswerts. Je unruhiger ein Markt, desto niedriger die Grenze. Die Tabelle zeigt, wie ein einzelner Anbieter das umsetzt:

Beispiel eines Anbieters, Stand 17.10.2026. Die Aufteilung kann bei anderen Anbietern abweichen.
AnlageklasseMaximaler Hebel
Hauptwährungspaare1:30
Nebenwährungspaare, Gold, Hauptindizes1:20
Sonstige Rohstoffe, Nebenindizes1:10
Aktien und ETFs1:5
Kryptowährungen1:2

Die Marge berechnet sich einfach: Positionswert geteilt durch Hebel. Bei einer Position über 10.000 € und einem Hebel von 1:20 sind es 500 €. Der Hebel wirkt dabei in beide Richtungen: Er vergrößert Gewinne ebenso wie Verluste, und er senkt die Schwelle, ab der das Konto ernsthaft in Gefahr gerät.

Der Hebel entscheidet, wie viel Marge Sie hinterlegen müssen, und damit, wie schnell eine Kursbewegung gegen Sie das Konto angreift. Mit dem Rechner sehen Sie das direkt:

Hebel-Rechner: Was bewegt ein Prozent?

Beispiel (vereinfacht), ohne Spread, Kommission und Swap. Die Hebelstufen entsprechen dem ESMA-Rahmen von 30:1 bis 2:1. Welche Stufe für welchen Basiswert gilt, bestimmt die Regulierung und der Anbieter.

Benötigte Marge–
Kurs +1 %–
Kurs −1 %–
Kurs +5 %–
Kurs −5 %–
Rückgang, der die Marge aufzehrt–

Kostenbeispiel

Ein gerundetes Rechenbeispiel zeigt, wie sich die Posten summieren, bevor sich der Kurs überhaupt bewegt hat. Es geht nicht um die absolute Höhe, sondern um das Prinzip: Jede Position startet mit einem Rückstand.

Beispiel (vereinfacht): erfundene, gerundete Werte, keine Angabe eines Anbieters.
PostenAnnahmeBetrag
Positionswert—10.000 €
Spread0,10 % vom Positionswert10 €
Swap3 € pro Nacht, 5 Nächte15 €
Gesamtkosten—25 €

Bei dieser Rechnung muss der Kurs um 0,25 % steigen, damit die Position kostenneutral bleibt. Kleine Zahlen, aber sie laufen bei jeder Position mit.

Steuerhinweis

Die steuerliche Behandlung von CFD-Gewinnen hängt von der persönlichen Situation ab; hier erfolgt keine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Wie hoch sind CFD-Kosten im Schnitt?

Eine belastbare Durchschnittszahl gibt es nicht. Die Kosten hängen von Basiswert, Anbieter, Haltedauer und Handelshäufigkeit ab. Rechnen Sie Ihr eigenes Szenario aus Spread, Kommission und Swap durch, bevor Sie handeln.

Was ist ein Swap?

Der Swap ist der Zins für Positionen, die über Nacht offen bleiben. Er gleicht die Finanzierung des gehebelten Teils aus und wird je Nacht berechnet. Je nach Richtung der Position und Zinsniveau kann er Kosten oder Erträge bedeuten.

Warum ist der Hebel begrenzt?

Weil hoher Hebel das Risiko schneller Verluste stark erhöht. Die ESMA begrenzt ihn für Privatkunden deshalb je nach Schwankungsbreite des Basiswerts zwischen 30:1 und 2:1.